Hotel Ruchti

Das prächtige Märchenschloss Neuschwanstein

Blick von der Marienbrücke, © Thomas Wolf, www.foto-tw.de Lizenz CC BY-SA 3.0 DE

Auf einem 940 Meter hoch gelegenen Felsrücken, flankiert vom Tegelberg und vom Säuling steht oberhalb von Hohenschwangau und ganz in der Nähe der historischen Stadt Füssen im Ostallgäu das Märchenschloss Neuschwanstein. Es handelt sich dabei um einen strahlend kalkweißen Prachtbau mit grauem Dach, unzähligen Zinnen, Giebeln und Türmchen, Erkern und Balkonen sowie einem riesigen, leuchtend roten Eingangstor mit Überbau und zwei Tortürmen. Da Schloss Neuschwanstein in spektakulärer Alleinlage auf diesem Felssporn thront ist es von allen Seiten weithin sichtbar und erstrahlt vor allem in der Mittagssonne in majestätisch erhabenem Glanz. Unterhalb des Schlosses befindet sich die Pöllatschlucht mit der Marienbrücke von der aus man einen herrlichen Ausblick auf das traumhaft schöne Märchenschloss genießt.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Der Bau von Schloss Neuschwanstein und sein Erbauer

2. Was ist im Märchenschloss des "Kini" zu bewundern?

3. Daten, Zahlen & Fakten zum heutigen Schlossbau

4. Nützliche Informationen zur Schlossbesichtigung

5. Eintrittspreise, Öffnungszeiten & Anschrift des Ticket-Centers

6. Anfahrt vom Hotel Ruchti zum Schloss Neuschanstein

7. Fazit

 

Bild rechts: © Thomas Wolf, www.foto-tw.de, Lizenz CC BY-SA 3.0 DE
  

Der Bau von Schloss Neuschwanstein und sein Erbauer

Bild: Schloss Neuschwanstein im Bau, Bild von 1886, Joseph Albert, Stadt- und Staatsbibliothek Augsburg
Bau von Schloss Neuschwanstein

Kein geringerer als der so genannte „Märchenkönig“ Ludwig II. von Bayern ist der Erbauer dieses einzigartigen Märchenschlosses, das gerade wegen seiner märchenhaften Verspieltheit und seinem ungewöhnlichen Baustil weltweite Bekanntheit genießt. Das Schloss hat absolut nichts wehrhaftes und trutziges an sich, es mutet eher weich, verträumt und wie soeben einem kindlichen Märchen-Bilderbuch entstiegen an. Geschaffen wurde es nach Ludwigs idealisierten Vorstellungen einer mittelalterlichen Ritterburg und nach Entwürfen des Bühnen- und Theatermalers Christian Jank. Dieser war kein Architekt sondern für die Kulissengestaltung der vom König so geschätzten Wagner Opern zuständig. Bekanntermaßen war König Ludwig II. nicht nur ein persönlicher Freund des Komponisten Richard Wagner sondern auch sein Gönner und Mäzen. Der König galt als eher weltfremd und entrückt, er zog sich lieber aus Politik und Regierungsgeschäften zurück um sich den schönen Künsten zu widmen und so plante er mit dem Bau von Schloss Neuschwanstein, künftig in einer Art bewohnbarer Theaterkulisse zu residieren.

Mit dem Bau des Schlosses wurde im Jahre 1869 begonnen und nach einer ungewöhnlich langen Bauzeit von 17 Jahren konnte es schließlich im Jahre 1886 endgültig fertiggestellt werden, obwohl der Bauabschluss bereits für das Jahr 1872 geplant war. Auch die Baukosten stiegen ins Unermessliche und verschlangen weit mehr als Ludwig zu jener Zeit überhaupt besaß. Mit seinen immer neuen Änderungswünschen und dem Verlangen nach prachtvoller, kostspieliger Ausstattung, die alles je Dagewesene in den Schatten stellen sollte, verlor sich der weltfremde Märchenkönig immer weiter in seinen Tagträumen und zog sich dabei mehr und mehr von den Pflichten seiner Regentschaft zurück. Das missfiel seinem Umfeld, seinen Ratgebern und mächtigen Mitstreitern natürlich sehr und sie planten ein Komplott gegen ihn. So wurde er offiziell von der damalig amtierenden bayerischen Regierung für regierungsunfähig erklärt und am 12. Juni 1886 auf Schloss Neuschwanstein festgenommen. Eine Kommission verbrachte den entmachteten König ins Schloss Berg, das am heutigen Starnberger See liegt, zu jener Zeit hieß er allerdings noch Würmsee. Nur einen Tag später, am 13. Juni 1886, einem Pfingstsonntag, starb der König durch Ertrinken im Starnberger See. Wie es dazu kam gilt bis zum heutigen Tage als mysteriös und ungeklärt. Man geht offiziellen Berichten zufolge von Selbstmord aus, es gibt aber durchaus Gerüchte und Spekulationen, dass es sich um einen gezielt geplanten Mord gehandelt haben soll, bei dem auch sein Leibarzt zu Tode kam. An der Stelle, wo man einst die Leiche des Königs - nur 25 Schritte vom flachen und seichten Uferbereich entfernt barg, steht im heutigen Starnberger See ein Gedenkkreuz. Der König wurde nur 41 Jahre alt und hatte insgesamt lediglich 172 Tage auf seinem Märchenschloss Neuschwanstein gelebt, welches sein ganz persönliches Refugium und einsamer Rückzugsort für musische Stunden werden sollte. 

An seinem Todestag im Jahre 1886 war das Schloss immer noch unvollendet. Da er jedoch Schulden in Millionenhöhe hinterließ, stellte man es nur noch mit einfachsten Mitteln fertig, so dass es ansehnlich aussah, wobei natürlich weitere von Ludwig geplante Bauten gänzlich wegfielen. Schon wenige Wochen nach seinem geheimnisvollen Tod wurde das Schloss – entgegen seines Willens - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um durch die Eintrittsgelder die enormen Bauschulden zu tilgen. Durch den regen Zustrom von Besuchern aus aller Welt gelang dies bereits im Jahre 1899.

Was ist im Märchenschloss des „Kini“ zu bewundern?

Ludwig II. von Bayern wird in der Bevölkerung liebevoll nur der „Kini“ genannt und sein märchenhaftes Schloss birgt wahre Kunstschätze und unglaubliche technische Errungenschaften für jene Zeit.

Das größte und eindrucksvollste Schlossgebäude ist der so genannte 50 Meter lange „Palas“, der fünf Stockwerke besitzt und mit diesen insgesamt 65 Meter hoch ist. An seiner Nordseite befindet sich ein Wintergarten. Der Palas ist über eine Freitreppe zu begehen, besitzt den höchsten Turm des Schlosses und seine Außenfassaden sind mit farbenfroher Lüftlmalerei verziert. Weiterhin steht im Schlosshof ein mächtiger Viereckturm von dessen Aussichtsplattform man einen legendären Panoramablick ins Voralpenland hinein genießt. Generell sollte man sich die Zeit für einen kurzen Rundumblick von jedem Balkon, Erker und Fenster des Schlosses nehmen, denn diese unvergesslichen Aussichten lohnen sich wahrlich.

Ein prachtvoll ausgestatteter, sakral anmutender und gleich über zwei Stockwerke hinweg reichender, byzantinischer Thronsaal mit kuppelförmiger Apsis ist ebenso vorhanden wie ein märchenhaft mit Opernszenen aus Lohengrin und Parzival verzierter Sängersaal von 27 Metern Länge und 10 Metern Breite. Dieser Saal besitzt zudem eine eindrucksvolle, tribünenartige Galerie mit Arkaden. Im Sängersaal fanden jedoch keinerlei Hoffeste oder ähnliches statt, der menschenscheue König ließ darin Wagner Opern nur für sich selbst aufführen. Den 20 Meter langen und 12 Meter breiten Thronsaal mit einer Höhe von 13 Metern ließ er der berühmten türkischen Moschee Hagia Sophia nachbauen und schuf sich damit sein eigenes Königreich von Gottes Gnaden.

Zu den Privaträumen des Königs zählen eine kleine Hauskapelle im neugotischen Stil und eine Venusgrotte mit künstlichem Wasserfall und Farbbeleuchtung, welche seine unverkennbar romantische Ader voll zum Ausdruck bringt. Des Königs Privatgemächer bestehen weiterhin aus einem Schlafzimmer mit Prunkbett aus reichem Schnitzwerk gekrönt von einem Baldachin, einem Ankleidezimmer, das einer mit edlen Wandbildern verzierten, weinumrankten Laube mit Himmelsblick gleicht und einem zweigeteilten Wohnzimmer mit Szenendarstellungen aus der Lohengrin-Sage und anderen mittelalterlichen Dichtungen.

Falls der König in eher seltenen Fällen doch einmal jemanden aus der Gefolgschaft auf Schloss Neuschwanstein empfing, so ließ er hierzu ein eichenvertäfeltes Adjutantenzimmer und ein königliches Arbeitszimmer mit mächtigem Schreibtisch und Wandgemälden aus der Tannhäuser-Sage errichten.

Weiterhin besichtigt man im Erdgeschoss die zur damaligen Zeit ebenfalls sehr moderne Schlossküche mit Rumfordherd, Spieß- und Rostbraterei, Tellerwärmung, Backofen und Bassin für fangfrischen Lebendfisch. Der Küchenherd produzierte Warmluft, die mit einer so genannten „Calorifere-Heizung“ in die Gemächer und Säle des Schlosses weitergeleitet wurde um dort eine wohltuende Wärme zu verbreiten. Es gab zudem schon eine schlosseigene Warmwasseraufbereitungsanlage, die für fließend warmes und kaltes Wasser sorgte, das bereits aus Hähnen floss. Weiterhin waren schon moderne Toiletten mit automatischer Spülung auf dem Schloss zu finden, was zu jener Zeit noch nirgendwo üblich war. 

Im ersten Obergeschoss sind die eher schlicht und spärlich ausgestatteten Zimmer der Dienerschaft mit ihrem einfachem Mobiliar aus massivem Eichenholz gelegen.

Ein Vorzimmer führt in das mit Eichenholz vertäfelte Speisezimmer des Königs, das schon zu dieser Zeit über ein elektrisches Klingelsystem zum Herbeirufen der Bediensteten verfügte. Ebenfalls befand sich dort ein hochmoderner Speiseaufzug, der die köstlichsten Speisen von der Schlossküche an des Königs Tafel über mehrere Stockwerke hinauf beförderte. 

Daten, Zahlen & Fakten zum heutigen Schlossbau

Erbaut von 1869 bis 1886 - Bauzeit: 17 Jahre
Erbauer: König Ludwig II. von Bayern – auch „Märchenkönig“ oder „Kini“ genannt
Standort: Hohenschwangau, einem Ortsteil von Schwangau, Ostallgäu im Freistaat Bayern
Baukosten: 6.180.047 Mark
Baustile: Europäischer Historismus und Eklektizismus, Stilelemente aus Romantik und Gotik
Wandgemälde mit Bilderzyklen aus mittelalterlichen Sagen wie: Sigurd, Tristan und Isolde, Parzival, Lohengrin, Tannhäuser, Walter von der Vogelweide u.v.m.
Heutiger Eigentümer: Freistaat Bayern
Jährliche Besucherzahlen: 1,5 Millionen Menschen aus aller Herren Länder
Geplante Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der UNESCO
Sehenswertes gleich nebenan: Marienbrücke, die sich spektakulär zwischen zwei Felsen über die Pöllatschlucht spannt
Öffentlich zugänglich seit 1886 (Öffnung nur wenige Wochen nach König Ludwigs Tod)
Aufwändige, dreizehn Jahre währende Schloss-Sanierung: 2000 bis 2013

Nützliche Informationen zur Schlossbesichtigung

Das Schloss kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Das Personal spricht deutsch und englisch, andere Sprachen werden via Audio-Guide angeboten.
Eine Führung dauert rund 35 Minuten, dabei sind 165 Treppenstufen aufwärts und 181 Stufen abwärts zu bewältigen. Kinderwagen, Rückentragen und Rucksäcke sind verboten.
Ebenso das Filmen, Fotografieren, Rauchen sowie das Mitbringen von Tieren.
Menschen mit Behinderungen und ihre benötigten Hilfsmittel wie Rollatoren oder Rollstühle müssen separat angemeldet werden und erhalten eine Sonderführung.
Es gibt spezielle Kinder-Schlossführungen, auch diese müssen separat angemeldet werden.
Außerhalb der üblichen Öffnungszeiten sind auch private Führungen und Festlichkeiten möglich, die ebenfalls separat angemeldet werden müssen.
LED-Anzeigen am Eingangstor zeigen an, welche Gruppennummer gerade eingelassen wird.
Die Gruppengröße kann bis zu 60 Personen betragen.  
Die Eintrittskarten müssen vorab beim Ticket-Center in Hohenschwangau gekauft werden, direkt am Schlosseingang ist kein Ticketkauf mehr möglich!
Die Gehzeit vom Ticket-Center zur Schlosspforte beträgt zwischen 30 und 40 Minuten, die Führungen beginnen pünktlich, ein späterer Einlass ist nicht mehr möglich!
Auf Schloss Neuschwanstein finden zahlreiche Konzerthighlights im royalen Sängersaal statt, hierzu gelten separate Öffnungs- und Einlasszeiten.
Im Schloss selbst befindet sich im zweiten Obergeschoss des Palas ein Café & Bistro, in dem man eine kleine Stärkung zu sich nehmen kann. Sonst gibt es rund um das Schloss, beispielsweise in Hohenschwangau, Schwangau und Füssen unzählige weitere Restaurants, Cafés, Biergärten, Imbissbetriebe und vieles mehr.
Im Schloss befindet sich zudem ein Museumsshop, in dem man Andenken aller Art das Schloss und den Märchenkönig betreffend käuflich erwerben kann.  

Eintrittspreise, Öffnungszeiten & Anschrift des Ticket-Centers

Die aktuell gültigen Eintrittspreise, weitere Ermäßigungen für Gruppen, Reiseleiter, Fremdenführer, Kombi-Tickets, Mehrtages-Karten, Jahres-, Partner- und Familienkarten usw. sind unter der unten genannten Webseite des Hohenschwangauer Ticket-Centers oder gleich durch Klicken auf den nachfolgenden Link https://www.hohenschwangau.de/1294.0.html zu ersehen.

Die aktuellen Öffnungszeiten des Ticket-Centers und des Schlosses kann man unter dem nachstehendem Link ersehen: https://www.hohenschwangau.de/318.html 

Ticket-Center Neuschwanstein-Hohenschwangau
Alpseestraße 12
87645 Hohenschwangau
Telefon: 08362 – 9 30 83 0 
Fax: 08362 – 9 30 93 20 
Homepage: www.ticket-center-hohenschwangau.de

Anfahrt vom Hotel Ruchti zum Schloss Neuschwanstein

Man fährt mit dem Auto aus dem Faulenbacher Tal durch das enge Felsentor hinaus und über die Morisse im Kreisverkehr rechts auf die Kemptener Straße in Richtung Füssen Stadtmitte. Weiter geht es auf der Luitpoldstraße bis zum Prinzregentenplatz, wo man wieder in einen Kreisverkehr einfährt und rechts die Ausfahrt auf der B 310 in Richtung Schwangau nimmt. Am Kaiser-Maximilian-Platz vorbei fährt man daraufhin die Sebastianstraße so lange immer geradeaus, bis man aus Füssen hinausfährt, immer in Richtung Schwangau. Man überquert dabei die große Lechbrücke und nur wenige hundert Meter danach biegt man noch vor Schwangau rechts ab in Richtung Hohenschwangau.

Man parkt am besten das Auto auf einem der vier großen Parkplätze unterhalb des Schlosses, denn das Auffahren mit Privatfahrzeugen bis vor das Schlosstor ist verboten. Nähere Informationen hierzu findet man unter der Rubrik "Parken und Ortsplan von Hohenschwangau" unter https://www.hohenschwangau.de/318.html"

Danach löst man seine Eintrittskarte am Ticket-Center und macht sich auf den 1,5 Kilometer langen und teilweise sehr steilen Weg hoch hinauf zum Schloss. Es gibt auch noch andere Fußwege zum Schloss, beispielsweise über die Pöllatschlucht mit Abstecher zur Marienbrücke. Wer diesen mühevollen Anstieg nicht zu Fuß bewältigen kann oder will, der hat die Möglichkeit sich ganz bequem mit der Pferdekutsche  oder mit dem Pendelbus hinauf und hinunter transportieren zu lassen.

Die aktuellen Preise für die jeweiligen Berg- und Talfahrten der Kutschen und Busse zum Schloss ersieht man unter den Rubriken: „Kutschen zum Schloss Neuschwanstein“ sowie  „Bus zum Schloss Neuschwanstein“ – beides ist nachzulesen unter dem nachfolgenden Link: https://www.hohenschwangau.de/318.html

Die Kutschen pendeln ganzjährig aber ohne festen Zeitplan zwischen der Talstation beim Hotel Müller und der Haltestelle vor dem Schloss hin und her. Da die Kutschen nicht direkt bis vor den Schlosseingang fahren können, sind von der Haltestelle nochmals ca. 15 Gehminuten bergaufwärts zu bewältigen. Die Tickets erhält man direkt beim Kutscher.

Die Abfahrt der Pendelbusse ist ganzjährig vor dem Schlosshotel Lisl, jedoch ebenfalls ohne festgelegten Fahrplan. Bustickets erhält man direkt im Bus.

Fazit

Der Besuch auf Schloss Neuschwanstein, dem berühmtesten und romantischsten aller Märchenschlösser, wird für die ganze Familie ein unvergessliches Erlebnis bleiben über das man noch lange spricht.

 

Weitere Informationen gibt es direkt bei der Schlossverwaltung:

Schlossverwaltung Neuschwanstein
Neuschwansteinstraße 2 
87645 Schwangau
Tel. 08362 – 9 39 88 - 0
Info-Hotline: 08362 – 9 39 88 77
Fax: 08362 – 9 39 88 19
E-Mail: svneuschwansteinbsv.bayernde 
Homepage: www.neuschwanstein.de