
Es gibt so viel zu entdecken:
Die romantische Füssener Altstadt und das Hohe Schloß
Füssen kann auf eine 700jährige Stadtgeschichte zurückblicken. Die Ursprünge der Siedlungsgeschichte reichen jedoch bis in die Römerzeit, als die „Via Claudia Augusta" von Norditalien nach Augsburg gebaut wurde.
Im 15./16. Jahrhundert entwickelte sich Füssen zu einem wichtigen Handelsplatz und erlebte seine Blütezeit, als Kaiser Maximilian I. mit seinem Hofstaat fast 40 mal in Füssen weilte. Anfang des 16. Jahrhunderts entwickelte sich Füssen zum bedeutendsten Zentrum des Geigenbaus. Der 30jährige Krieg schnitt tief in die Entwicklung ein. Die Stadtgeschichte Füssens ist eng mit dem ehemaligen Benediktiner-Kloster St. Mang und den Bischöfen von Augsburg verbunden. Auch das heutige Stadtbild wird noch von dem eindrucksvollen Stadtschloss aus dem 15./16. Jahrhundert und der barocken Klosteranlage aus dem 18. Jahrhundert geprägt.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert erfuhr Füssen einen Aufschwung durch die Gründung der „Mechanischen Seilerwarenfabrik" und den Bau der Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein der bayerischen Könige Maximilian II. und Ludwig II. und dem damit einsetzenden Tourismus.


Ein Naturschauspiel der besonderen Art bietet der Lechfall in Füssen. Hier fallen die Wassermassen 100 m tief in den Füssener See. Nachdem sich der Lech in Jahrtausend langer Arbeit einen Durchlaß durch den Fels gegraben hatte, konnten die Wasser aus dem Pfrontener See allmählich abfließen. König Max II. ließ von Hohenschwangau den Alpenrosenweg bauen und besuchte mit seiner Familie des öfteren den Lechfall. Zur Erinnerung an die Besuche wurde in einer Nische seine Büste aufgestellt und der Max-Steg nach ihm benannt.
Nach der Legende über den heiligen Magnus, dem Apostel des Allgäus, nahm dieser einen mächtigen Anlauf und setzte in einem kühnen Satz über die tiefdrohende Schlucht hinweg, als ihn heidnische Feinde verfolgten. Deutlich hat sich die Sohle seines Fußes in den Fels gegraben, und so können wir an diesem Platz heute noch den Wagemut wie die enorme Schuhnummer des frommen Mannes bewundern. Wer ihn finden will, muß suchen, sogar in Maßen klettern.


Der Forggensee entstand 1954 als Stausee. Er ist unter den menschlichen Eingriffen in die Natur ein selten gut gelungener. Gesichter, die Natur und Kultur schufen, blieben weitgehend beibehalten. Die volle Wasserhöhe wird immer um den 15. Juni erreicht. Der gesamte Uferbereich rund um den See darf nicht bebaut werden. Damit blieben die Seeufer fast überall frei zugänglich.
Regelmäßige Fährverbindungen zwischen allen Orten am Forggensee bestehen ab Mitte Juni.


Das Wirken des St. Galler Mönch Magnus im 8. Jahrhundert hat die Geschichte und das Stadtbild Füssens geprägt. 100 Jahre nach dem Tod des „Apostel des Allgäus“ entstand aus seiner Mönchszelle und einer Marienkirche das Benediktinerkloster St. Mang. Sein heutiges barockes prachtvolles Erscheinungsbild erhielt die Klosteranlage Anfang des 18. Jahrhunderts. Am Hochaltar hängt der Stab des Heiligen Magnus, darunter verbirgt sich eine romanische Krypta aus dem 9. Jahrhundert, in deren Decke das Altargrab des Heiligen vermutet wird.


Schwäne, Helden und Heilige: Die Burg eines Träumers
Wie kein anderer Bau zeugt Neuschwanstein von den Idealen und Sehnsüchten Ludwigs II. Das Schloß war nicht Schauplatz königlicher Repräsentation, sondern ein Ort des Rückzugs. Hier flüchtete sich Ludwig II. in eine Traumwelt – die poetische Welt des Mittelalters. Die Bilderzyklen Neuschwansteins waren inspiriert von den Opern Richard Wagners, dem der König das Schloß widmete. Auf bis zu 4 Stockwerken reihen sich prachtvolle Säle und Prunkräume wie der Thronsaal, der Sängersaal und Speise- und Wohnzimmer des Königs aneinander. Die Fertigstellung des Schlosses – trotz der bisherigen 17 Jahre Bauzeit - erlebte der König nicht mehr.
Sieben Wochen nach dem Tod König Ludwigs II. wurde Neuschwanstein 1886 dem Publikum geöffnet. Der menschenscheue König hatte die Burg erbaut, um sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen – jetzt wurde sein Refugium zum Publikumsmagneten.
Neuschwanstein gehört heute zu den meistbesuchten Schlössern und Burgen Europas. 1,3 Millionen Menschen jährlich besichtigen "die Burg des Märchenkönigs“.
Schloß Hohenschwangau
1832 - 1836 ließ Kronprinz Maximilian von Bayern die verfallene Burg Schwanstein im neugotischen Stil wieder aufbauen. Hier verlebte König Ludwig II. seine Jugend.
Der große Festsaal, auch Helden- oder Rittersaal genannt, nimmt die ganze Breite des Schlosses ein. Die Decke aus Stuckgips wurde mit neugotischen Verzierungen auf rosa Grund und plastischen silbernen Sternen geschmückt. Die Stützen sind von gotischen Vierpässen durchbrochen.
König Ludwig II.
König von Bayern 1864 - 1886, * 25. 8. 1845 Nymphenburg,
† 13. 6. 1886 im Starnberger See.
Der Mythos bildete sich schon zu Lebzeiten des Königs. "Ein ewiges Rätsel will ich bleiben mir und anderen", hatte Ludwig einst seiner Erzieherin geschrieben, und dieses Rätselhafte fasziniert die Menschen noch heute. Der Dichter Paul Verlaine nannte Ludwig II. den "einzigen wahren König dieses Jahrhunderts". Der menschenscheue Träumer, das Gegenbild eines Bürgerkönigs, ist noch heute als "der Kini" präsent und wird als Idol verehrt.
Seine Schlösser, die nie ein Fremder betreten sollte, wurden seit dem Tode Ludwigs II. von mehr als 50 Millionen Menschen besucht. An dem Versuch der Selbstverwirklichung im Historischen, im Poetischen und im Idealen ist Ludwig II. schließlich gescheitert. Er zog den Tod wohl der Rückkehr in die Wirklichkeit vor.


Burg Falkenstein
Weithin sichtbar präsentiert sich Deutschlands höchstgelegene Burgruine. Die 1270 erbaute Burg fiel an die Augsburger Fürstbischöfe, wurde im 16. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben und 1646 – gegen Ende des 30jährigen Krieges - aus Angst vor den Schweden angezündet. In Schloß Herrenchiemsee steht ein Modell von Schloß Falkenstein, das in der Reihe der Märchenschlösser Ludwigs II. mit Sicherheit Schloß Neuschwanstein noch übertroffen hätte. Doch aufgrund der finanziell prekären Lage und seines plötzlichen Todes kam Ludwigs letzter Traum jedoch nie zur Ausführung.
Burgruinen Freyberg-Eisenberg
Nur wenige Kilometer von der Burgruine Falkenstein erheben sich zwei der mächtigsten Burgruinen Bayerns. Durch ihre Lage auf 1000 Meter hohen Berggipfeln und die hervorragende Sanierung ist der Burgenkomplex zu einem kulturhistorischen Anziehungspunkt im Königswinkel geworden.


Fast schon Pflicht ist dabei ein Ausflug zur Wieskirche, Rokokojuwel und UNESCO Weltkulturerbe. Die 1744 von Dominikus Zimmermann begonnene Kapelle zeigt in damals wie heute unerreichter Vollkommenheit, wie neben Stein und Stuck das Licht als Bauelement eingesetzt werden kann. Echte Pilger lassen dazu das Auto in Steingaden stehen und gehen den schattigen Wanderweg in rund einer Stunde zu Fuß.
 |